Energie der Zukunft

 

Wieso haben wir uns für den Bau einer Biogasanlage entschieden?

2009 haben wir drei Landwirtsfamilien aus Kalkar am Niederrhein nach einem weiteren Standbein für unsere Familienbetriebe gesucht. Wir wollten nicht jeder als privilegierter Betrieb eine Biogasanlage bauen, denn das hätte die Arbeitskapazität unserer Stammbetriebe zu sehr belastet. Also entschlossen wir uns, eine Gesellschaft zu gründen und gemeinsam mit klarer Aufgabenteilung eine Biogasanlage mit einer Leistung von 500 kW zu bauen. Der Standort in Altkalkar wurde gewählt, weil die Fläche sehr zentral gelegen ist, die baulichen Anlagen sich durch die Höhenunterschiede sehr gut in die Landschaft einfügen und durch die Nähe zur von-Seydlitz-Kaserne eine ideale Wärmenutzung realisiert werden kann.

Unsere Anlage ist eine NaWaRo-Anlage, d.h. in ihr werden nachwachsende Rohstoffe, Gülle und Mist vergoren. Mit dem entstandenen Biogas werden zwei Motoren betrieben, einer an der Anlage und einer auf dem Gelände der von-Seydlitz-Kaserne in Kalkar. Die bei der Verstromung entstehende Abwärme wird in der Kaserne zum Heizen genutzt. So können wir 50% der benötigten Heizenergie für die Liegenschaft liefern, was für die Bundeswehr eine Ersparnis von ca. 80.000 €/Jahr ausmacht.

Die Rohstoffe produzieren wir hauptsächlich auf unseren eigenen Flächen und achten hier auf eine schonende Bodenbearbeitung. Der Grünroggen wir als Vorfrucht eingesetzt, schützt die Ackerflächen im Winter und lockert die Fruchtfolge auf. Durch Flächentausch mit den umliegenden landwirtschaftlichen Betrieben wird die Bewirtschaftung der Äcker nachhaltig vielfältiger. Der anfallenden Gärrest, ein wertvoller Wirtschaftsdünger, wird wieder auf die Flächen der beteiligten Landwirte ausgebracht. Mit diesem nahezu geruchslosen, nährstoffreichen Dünger sparen wir große Mengen von konventionellem Dünger und der Nährstoffkreislauf schließt sich wieder.

Das heißt: Wir fördern die Region! Von den beteiligten Landwirten, Handwerkern, Lohn- und Wartungsunternehmen bis hin zu unseren Investitionen haben wir uns an und in der Region orientiert.

Unsere 2011 gebaute und in Betrieb genommene Anlage produziert mit Hilfe von zwei Arbeitskräften täglich und rund um die Uhr 14.000 kWh Strom aus regionalen Rohstoffen. Jährlich erzeugen wir ca. 12 Mio. kWh Strom und Wärme, was für etwa 1.300 Haushalte (4 Personen) reichen würde.

Technische Daten:

2 MAN-Motoren 220 kW und 400 kW
Fermenter: 2200 m³
Nachgärer: 1800 m³
Endlager mit Gashaube: 4500 m³
Frischgüllelager: 500 m³
Siloanlage 3 Fahrsilos á 64m x 22m

Artikel aus der LZ Rheinland vom 11.10.2012:
"Da steckt viel Herzblut und Energie drin!"
(Anklicken zum Vergrößern als .pdf)